Wer kennt das nicht? Täglich begegnen wir Entscheidungen und Regelungen die uns sinnlos erscheinen, oder deren Grund einem nicht fair vorkommt. Insbesondere Jugendliche werden mit diesen Situationen konfrontiert. Sie werden nicht in Entwicklungs- und Entscheidungsprozesse eigebunden, sondern vor vollendete Tatsachen gestellt. Regelungen zum Schulabschluss? Beschlossen! Änderungen am Sozialsystem? Beschlossen! Mindestlohn erst ab 18? Beschlossen!

Jugendliche sind viel zu oft Subjekt. Über sie und ihre Belange wird beschlossen. Während andere gesellschaftliche Gruppen, wie Arbeitnehmer*innen, Unternehmer*innen, aber auch Renter*innen recht große und mächtige Lobbygruppen besitzen, sind Jugendliche meist nicht in die Entscheidungsfindung eingebunden. Oft spielt Alterschauvinismus eine Rolle.  Dies fängt schon damit an, dass kein Informationsfluss stattfindet, denn der Zugang zu Informationen, die Fähigkeit diese auszuwerten und sie zu nutzen, ist in einer komplexen Gesellschaft wichtiger denn je. In der Schule wird nicht gelehrt, wie man sich aktiv an der Gesellschaft beteiligen kann. Auch werden kaum Fähigkeiten vermittelt die dafür sorgen, dass sich Jugendliche die für sie relevanten Sachverhalte leicht erschließen können. 

Jugendinformation soll eine Möglichkeit darstellen Wünsche zu verwirklichen und aktive Mitglieder der Gesellschaft fördern. Anlässlich des Europäischen Tags der Jugendinformation, der am 17.4.2007 durch die  European Youth Information and Counselling Agency (ERYCA) ausgerufen wurde, sollte uns noch einmal bewusst werden, dass gerade junge Menschen in unserer Gesellschaft etwas bewegen können. Es ist besonders wichtig, dass zuverlässige Informationen objektiv und verständlich sind .

Professionelle und sektorübergreifende Informationen für Jugendliche sind Bestandteil für die gesellschaftliche Beteiligung junger Menschen. Gezielte Desinformation und Intransparenz beginnt schon in der Schule. Den Jugendlichen wird hier schon klar gemacht, dass Bewertungsysteme und Kriterien den höheren Mächten unterliegen. Transparenz und Information? Vollkommen ausgeschlossen. Wer sie einfordert wird  bestenfalls einem müden Lächeln begegnen, schlechtestensfalls hat man unangenehme Konsequenzen zu befürchten. Wie soll sich ein durch G8 gestresster Jugendlicher so noch für eine aktive Beteiligung an der Zivilgesellschaft motivieren. 

Schule macht einen großen Teil im Leben der jungen Menschen aus. Besonders hier ist die ausreichende Information über das aktuelle, vergangene und bevorstehende Weltgeschehen unabdingbar.  Jugendliche sollen zur Selbstinformation animiert werden und durch die Schule ermutigt und befähigt werden, Wichtiges von Unwichtigem, Falsches von Richtigem und vor allem Subjektives von Objektivem zu unterscheiden. In der Welt der Medien lanciert die Medienkompetenz von einer Fähigkeit zur knallharten Überlebensgrundlage. 

Zwar ist die Schule nur ein kleiner Ausschnitt aus der Lebensrealität von europäischen Jugendlichen, doch diese zeigt eindrucksvoll, was unsere Politik, aber vor allem auch unsere Gesellschaft in Sachen Jugendinformation aufzuholen hat. Für uns als GRÜNE JUGEND Mecklenburg-Vorpommern ist der Tag der Jugendinformation nicht nur ein Thementag wie jeder andere. Für uns ist die europäische Jugendinformation eine Mission! Unsere Ziele wie das Wahlalter ab 0, die Förderung der vollkommenen Transparenz staatlicher Prozesse und die frühe Einbindung aller Mitglieder unserer Gesellschaft in politische Entscheidungsfindung stehen für sich. Macht mit. Lasst uns stachlig sein, gegen Alterschauvinismus, steile Hierarchien und für eine aktive Gesellschaft!