Über mich – Niklas Nienaß

Mein Name ist Niklas Nienaß. Ich bin 26 Jahre alt und Abgeordneter des Europaparlaments und ich möchte euch meine Erfahrungen mit Mecklenburg-Vorpommern erzählen.

Meine Schulzeit

Ich habe die katholische Grundschule „Domsingschule“ in Aachen besucht. Dort wurd ich im Gesang ausgebildet und habe mit dem Domchor etliche Konzerte in der ganzen Welt erlebt.

Während meiner Schulzeit auf dem „Rhein-Maas-Gymnasium“ in Aachen, habe ich ein halbes Jahr in den Vereinigten Staaten verbracht. Ich habe in dem sehr kleinen Ort Sandpoint in Idaho die High School besucht, war angeln, Holz hacken und jagen.

Der erste Teil meines Lebens war also relativ konservativ geprägt, mit Kirche, teilweise Landleben und amerikanischem Waffengebrauch. In dieser Zeit habe ich aber auch ein persönliches Verantwortungsgefühl kennengelernt. Das davon ausgeht, dass nicht der Staat, sondern die Gemeinschaft, ob Kirchengemeinde oder Kommune, sich um die Schwachen und Bedürftigen kümmern soll.

Nach der Schule

Nach meinem Abitur habe ich ein halbes Jahr in Kenia verbracht. Dort habe ich in einer Schule gearbeitet, Theater- und Deutschkurse gegeben, 12 Stunden für 6€ in einem Matatu gearbeitet. Ich habe die Wüste bereist und in etlichen Gesprächen die Menschen kennengelernt. Nach meiner Rückkehr habe ich ein Theaterstück produziert („Mondphasen“). Danach habe ich ein Jahr lang in einem Schnellimbiss gearbeitet und wurde selbstverständlich, wie die meisten in der Branche, unter Mindestlohn bezahlt (den gab es damals noch nicht). Mein Ziel war es, Menschenrechte zu studieren. Da dies nur als Masterstudiengang möglich ist, habe ich nach einem passenden Bachelorabschluss gesucht. In meiner Studienortsauswahl war mir von Anfang an klar, dass ich in den Osten Deutschlands möchte. In Westdeutschland war auch fünfzehn und zwanzig Jahre nach der Einheit das Wissen um das Leben in den „neuen Bundesländern“ nicht klar. Außerdem gab es (und gibt es) noch viele Vorurteile. Ich wollte mehr erfahren, den Osten kennenlernen, die Geschichte, die dahintersteckt und erfahren, wie es wohl war, in der DDR aufgewachsen zu sein. Daher habe ich mich mit meiner damaligen Freundin für Rostock entschieden, die Nähe zum Meer hat ihren Teil zur Entscheidung beigetragen.

Niklas Nienaß Werdegang und Studium

Ich habe ein Bachelorstudium „Geschichte und Soziologie“ angefangen, nach zwei Semestern aber wieder abgebrochen. Ich schwenkte um auf den Studiengang „Good Governance“, einen juristischen Bachelorstudiengang, der interdisziplinär aufgestellt ist. Die Verbindung von juristischen Inhalten mit Philosophie, Soziologie, Wirtschaftswissenschaften, Politikwissenschaften und Geschichte ist ein guter Ansatz für eine Welt, die immer komplizierter wird. Auch wenn der Studiengang noch nicht perfekt ist, hat er mir viele Einblicke in verschiedenste Bereiche unserer Gesellschaft gegeben. Dadurch habe ich die Chance bekommen, unterschiedlichste Themen genauer zu betrachten. Meine Spezialisierung ging in den Bereich „internationales und europäisches Recht“ und meine Abschlussarbeit mit dem Titel „Vorgabe des internationalen Klimaschutzrechts für die staatliche Regulierung von Großemittenten“ betrachtet den Zusammenhang von Pariser Klimaabkommen und nationalem Kohleausstieg.

Aktuell bin ich im gleichnamigen Masterstudiengang eingeschrieben und werde meine Abschlussarbeit nach der Wahl im Mai angehen. Diese wird voraussichtlich vom Brexit handeln.

Neben meinen wissenschaftlichen Arbeiten im Bereich „internationales Recht und Umweltrecht“, engagiere ich mich sehr für Entwicklungspolitik und die Umsetzung der Sustainable Development Goals (SDGs). Diese wurden 2015 von der UN beschlossen und bilden den Grundstein der Agenda 2030. Globale Entwicklung geht uns alle etwas an und eine Veränderung unserer Wirtschafts- und Konsumweise ist entscheidend für den Fortbestand unserer Zivilisation.

Mecklenburg-Vorpommern als Heimat

Ich lebe nun seit sechs Jahren in Rostock im wunderschönen Mecklenburg-Vorpommern. Dort habe ich viel erlebt, da habe Städte und Dörfer gesehen, die vor Schönheit protzen und eine krasse Geschichte hinter sich haben. Ich habe Erfahrungen gesammelt und vermittelt bekommen, vom Leben im Sozialismus, von einer Kindheit mit Pittiplatsch, von Stasiakten und Witze über die SED, die man vor vorgehaltener Hand erzählte. Vom Leben in DDR und BRD, von schönen Zeiten und Enttäuschungen. Von Sorgen und Hoffnung, von Landleben und Naturverbundenheit.

Ich habe in Schwerin gearbeitet, war auf dem Pfaffenteich Schlittschuh laufen. Auch bin durch den Landkreis geritten, habe als Kurier die Dörfer, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Unternehmen dieses Landes beliefert. Und habe die besten Bäcker und nettesten Landwirte kennengelernt. Ich habe Scheiße geschippt und Sperma ausgeliefert.

Ich bin kein Kind des Ostens, aber ich habe mir MV als Heimat ausgesucht und habe meine Wahl nie bereut. Der wilde Osten ist nicht überall gleich. MV ist als das am dünnsten besiedelte Bundesland etwas ganz Besonderes. Aber MV hat auch mehr verdient. Es hat mehr Rente, mehr Lohn verdient. Mehr Chancen und mehr Innovation. Wir brauchen mehr Möglichkeiten für Familien, mehr Infrastruktur für Start-ups und Unternehmen, mehr Landschaftsschutz und mehr Tourismus, mehr Wertschöpfung auch da, wo das Meer nicht ist. Mehr Meeresschutz und mehr Mut. MV hat eine bessere Politik verdient, die mit den Meschen mehr macht. Ich will in Europa versuchen, das zu erreichen und ich will innerhalb der Grünen erreichen, die Partei zu diesen Zielen zu verpflichten und auf die Menschen zuzugehen, sie als das zu begreifen, was sie sind: Mecklenburger und Vorpommern.

Wenn du mehr von Niklas Nienaß erfahern möchtest, schau dir seine Positionen und frag bei ihm einfach nach.

Niklas Nienaß hat diesen Text auf seiner Webseite publiziert. Besuch doch gerne!

Grüne Jugend MV

Niklas Nienaß – Abgeordneter des EU-Parlaments der Grünen Fraktion