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GRÜNE JUGEND MV
#Mecklenburg-Vorpommern verändern!

Wir wollen keinen Altherrenverein!

Nach der Landesdelegiertenkonferenz von BÜNDNIS90/ DIE GRÜNEN Mecklenburg-Vorpommern erklärt die Grüne Jugend MV:

Wir gratulieren allen auf der Landesliste zur Bundestagswahl gewählten Kandidat_innen.  Allerdings finden wir es schade, dass der Landesverband der Grünen in Mecklenburg-Vorpommern, das Konzept der Quote scheinbar aufgegeben hat. Dieses ist aus unserer Sicht nur erfolgreich, wenn es auch konsequent angewendet wird. Den einzigen sicheren Platz mit einen Mann zu besetzen und dies damit beschönigen zu wollen, dass auf den hinteren Plätzen mehr Frauen als Männern kandidieren, ist für uns bloße Augenwischerei und  im Sinne der Frauenförderung auch nicht sehr zielführend. Dies führt leider wieder einmal die Rückständigkeit des Grünen Landesverbandes bezüglich dieses Themas nur all zu deutlich vor Augen. Wir wünschen uns sehr, dass sich hier – wie von allen Seiten versprochen – etwas ändert. Wir stellen uns jedoch die Frage, wie ernst gemeint diese Versprechen sind, wenn am selben Tag schon wieder die Redner_innenlisten bei fast allen Debatten  geöffnet und somit unquotiert weitergeführt wurden. Wir befürchten, dass ein weiterer so inkonsequenter Umgang mit der Quote dazu führt, dass sich der Landesverband von BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN in Mecklenburg-Vorpommern, der jetzt schon bundesweit ganz hinten ist beim Anteil der weiblichen Mitglieder ist, sich immer mehr zu einem Altherrenverein entwickelt. Dies kann nicht das Ziel einer Partei sein, die sich offiziell als feministisch betrachtet.

Als positives Ergebnis der LDK, nehmen wir mit, dass wir uns mit unseren inhaltlichen Anträgen, zum Gedenken an Memet Turgut, der vor 9 Jahren in Rostock von der NSU ermordet wurde, sowie mit unseren Antrag zur Einführung des aktiven Wahlrechts bei Kommunal- und Landtagswahlen ab 14 Jahren, durchsetzen konnten.

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Bisherige Kommentare

  1. Antonio

    Februar 25, 2013

    Dann lassen wir doch Anträge nur zu, wenn es im Vorhinein genügend Pro und Contras, natürlich quotiert, gibt. Eine durch den Begriff “Quotierung” bemäntelte formelle Reglementierung ist wahre Augenwischerei! Anstatt sich mit einer Stärkung und Motivation von Frauen zum Diskurs und Kandidatur zu beschäftigen, sollen Interessierte in ihren Beteiligungsmöglichkeiten beschnitten werden. Dies ist ein Weg, der zu noch weniger Beteiligung führt. Dies ist eine Abwärts- keine Aufwärtsspirale.

  2. Anja

    Februar 26, 2013

    Leider wird die Quote immernoch als starres Frauenbevorzugungs- statt als Selbstregulierungsinstrument begriffen, das dazu dienen soll, sich immer wieder selbst zu hinterfragen, wie Frauen gleiche Teilhabe an Politik und Gesellschaft ermöglicht werden kann und was dagegen strebt. Wer glaubt, es sei damit getan, Frauen auf bestimmte Listenplätze zu setzen oder reden zu lassen und eben darauf zu verzichten, wenn sich keine finden, der hat die Quote schlicht mißverstanden. Denn gerade dann ist der eigentlich wichtige Schritt erforderlich: sich zu fragen, warum sich keine findet, warum es keine Kandidatin auf Platz 1 gibt oder nicht ausreichend Frauen sich zu bestimmten Themen äußern möchten. Und was man tun bzw. ändern kann. Die Quote ist als selbstgestecktes Ziel zu verstehen, das es zu erreichen gilt und dem sich alle widmen. Unser grüner Landesverband bleibt in der Tat oft bei der Feststellung stehen, es gäbe ja niemanden und läßt den eigentlichen Kern der Quote, das Sichselbsthinterfragen, außen vor. Die Quote aufzuweichen ist ungefähr so, als würden wir uns vornehmen, in den Landtag einzuziehen, und uns beim leisesten Gegenwind geschlagen geben, dass es ja nicht gelingen könne. In MV hat es lang gedauert, bis es gelang, aber es wurde immer darum gekämpft, und alle haben mitgeholfen, es wurden Dinge ausprobiert, Strategien hinterfragt und geändert. Es wäre schön – da kann ich der grünen Jugend für ihr kritisches Nachhaken nur immer wieder danken – wenn auch die Frauenförderung ein tatsächliches Ziel für unseren Landesverband sein könnte, mit allen Konsequenzen.

  3. Anna

    Februar 26, 2013

    Anscheinend ist die Quotierung der Listenplätze kein derzeit geeignetes Instrument, um die gleiche Teilhabe von Frauen am politischen Prozess auch bei den Grünen zu sichern. Was also können wir Frauen tun – und was wollt Ihr, Männer, tun, damit Frauen bessere Teilhabemöglichkeiten haben? M.E. erfordert dies einen erstmal unter Frauen und Männern jeweils untereinander in Gang zu bringenden Selbstklärungsprozess. Wie schwierig dieser Prozess gemeinsam zu bewältigen ist, was m.E. auch der LDK im Oktober 2012 in Wieck bei Greifswald zu erleben. Die Redner_innenliste wäre – beim Theme Energiewende u.ä. – geschlossen worden, mangels ausreichenden quotierten Redebeiträgen, hätten sich nicht die Frauen aufgerafft und sich auf die Rednerliste gesetzt, auch wenn sie nicht das dringende Bedürfnis hatten, weitere Beiträge zu bringen – das Spektrum inhaltlicher Beiträge war schon sehr weit gewesen und es kamen auch von den Männern, die sich zu Wort meldeten, keine neuen Gesichtspunkte, sondern bloße Verdopplungen und Wiederholungen. M.E. braucht es eine andere Rede- und Debattenkultur. LDK als “Bundestag in Kleinformat” ist wenig ergiebig und wird den Bedürfnissen von Frauen in der politischen Auseinandersetzung, im Finden von Einstellungen und Zielen nicht gerecht.
    In welchen Formen könnten unsere politischen Diskurse sonst ablaufen, um für Frauen mehr von Interesse und Teilnahmerelevanz zu sein? Was meint Ihr?

    • Anja

      Februar 26, 2013

      Wo ist der “Like”-Button?

      Ich denke, einen Weg zu finden, hauptsächlich selbstdarstellende Wiederholungen in Debatten zu verhindern, wäre ein sehr guter Anfang. Vielleicht kann es andere Formen geben, seine Zustimmung zu einem Beitrag oder Aspekt zu äußern als ihn auch nochmal in Worte zu kleiden?

      Und dann müßte konsequent jeder Redebeitrag, der nichts neues beinhaltet, abgebrochen werden. Das erfordert auch Disziplin, wäre aber vielleicht fairer als es einfach nur vom Geschlecht abhängig zu machen…

      Ich glaube, die Quote als ZIEL und Regulierungsinstrument ist durchaus ein geeignetes Instrument, aber sie müßte wirklich ernstgenommen werden. Das heißt, es müßte z.B. im Interesse ALLER sein, dass es auch eine ebenbürtige Frau auf Platz 1 gibt.

  4. Sebastian

    März 7, 2013

    Wahlrecht bei Kommunal- und Landtagswahlen ab 14 Jahren???

    Diese Forderung erscheint doch etwas unüberlegt – wie seid ihr denn auf diese Idee gekommen?
    Vielleicht wäre es ja möglich hierzu einen Dialog zu starten – mich würden eure Beweggründe sehr interessieren.

    meine email addi habt ihr ja 😉

    • florian

      März 7, 2013

      im Grunde sind wir da ja auch noch weiter und wollen sogar ein Wahlalter Null. Eine etwas ausführlichere Begründung dafür findest du auf der Webseite unseres Bundesverbandes: http://www.gruene-jugend.de/node/15288

      Wahlalter 14 ist damit so eine Art Kompromiss, der allerdings Sinn macht, denn kulturell gesehen wird man mit 14 Jahren bei Konfirmation oder Jugendweihe ja in den “Kreis der Erwachsenen aufgenommen” und auch rein rechtlich erhält man seine Strafmündigkeit und darf seine Religion frei wählen. Warum also wird einem hier nicht auch die Möglichkeit eingeräumt endlich wählen zu dürfen?

      Auch sollte man nicht vergessen, dass die meisten dann nicht gleich mit 14 Jahren das erste mal wählen. Da Landtagswahlen nur alle 5 Jahre stattfinden, wählen aktuell viel erst mit 20 oder älter das erste mal, weil sie zum Zeitpunkt der Wahl noch nicht ganz 18 Jahre alt waren. Mit einer Absenkung des Wahlalters würde es vielen ermöglichen schon früher zu Wählen. Schließlich ist es auch schlicht für einige, vor allem politische Jugendliche deprimirend in der Schule alles mögliche über Wahlen, Parteien und Demokratie zu lernen und dann nicht einmal selbst an Wahlen teilnehmen zu können. Demokratie ist die einzige Gesellschaftsform die man lernen muss und dazu gehört auch selbst mitmachen zu dürfen, weil das erst eine echte Identifikation schafft.